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Berlin 2003


Berlin 2003
TAZ
Arno Frank


robert allen zimmerman

Der Hochmoderne

ROBERT ALLEN ZIMMERMAN, US-amerikanischer Musiker, geb. 1941 in Duluth (Minnesota), hat grade eine Deutschlandtour begonnen. Heute ist er in Berlin.

Politische Texte, handliche Melodien, wohl temperierter Groll - mit Künstlern wie Wilco, Lambchop, Bright Eyes oder Adam Green feiert dieser Tage in den USA der Folk eine sanfte Wiedergeburt. Als neuester Shooting Star der Szene gilt Robert Allen Zimmerman aus Minnesota.

Wie kaum ein anderer hat der Sohn eines jüdischen Waschmaschinenhändlers ein Gespür für sehr persönliche, antiautoritäre Punk-Protest-Balladen, wie sie auch in Kompositionen der White Stripes oder der Strokes widerhallen. Zimmerman indes beruft sich lieber auf Hobos wie Woodie Guthrie und covert auch mal Klassiker wie "Knockin On Heavens Door" von Guns n Roses. In Hamburg versuchte er sich am Wochenende beim Auftakt seiner Tour an "All Along The Watchtower" von Jimi Hendrix.

Zimmermans Lyrics aber sind hochmodern: Sie beschreiben die Sehnsüchte einer politischen, globalisierungskritischen Generation: "Well I need a woman, just to be my queen. Need a woman, know what I mean?"

Wer weiß, wo Zimmerman heute schon wäre, hätte er sich nicht nach seinem Debüt "The Freewheelin'" in einer nassen Kurve mit seiner Triumph Bonneville auf die Nase gelegt. Mal sehen, ob er im Jahr 2003 neben den Kritikern auch das große Publikum erreicht. Allerdings heißt es aufpassen: Erstens ist das Fotografieren verboten, zweitens das Vergleichen. Denn wenn Robert Allen Zimmerman etwas hasst, dann den Vergleich mit dem jungen Bob Dylan.


Berlin 2003